Chokebore - It's a Miracle

Chokebore - ein Name, der seit Jahren für leidenschaftlichen, melancholischen Slo-Motion Indie-Rock steht. Die Mannen um Troy sind nach 4 Jahren nun mit dem neuem alten Drummer Christian Madrigal Izzo und nach einigen Kleinformaten wieder mit einem Full-Length Album zurück, um der Welt zu zeigen, wie schön Melancholie gepaart mit Noise doch sein kann.

Dieses mal sind die Songs nicht mehr so rauh und gitarrenverzerrt, dafür hat man mehr Wert auf feinfühlige Arrangements gelegt und das Ganze mal ansatzweise produziert. Der Opener "Ciao L.A." kommt relativ zackig aus den Boxen und könnte sogar ein kleiner Indie-Hit werden. Dafür wird in den folgenden 35 Minuten das Tempo wieder zugunsten von Schwermut zurückgenommen. Wie immer sind es die herzzerreissenden Gitarrenlicks, die traurigen Melodien und sinnigen Texte, die dieses Album so besonders machen. Es herrscht eine ganz eigene Grundstimmung, die zwar melancholisch, aber nicht hoffnungslos verzweifelt ist. So macht es wenig Sinn, einzelne Songs hervorzuheben. Statt dessen sollte man sich in das Gesamtwerk fallen lassen und eben diese Grundstimmung genießen, die man vielleicht so auf den Punkt bringen könnte: Chokebore könnten die Muse des Indie-Rocks sein.

Auch wenn Chokebore im Jahr 2002 eine Ecke poppiger geworden sind, sind sie dennoch so weit entfernt vom Mainstream-Pop wie Ali G vom Rockolymp. Moll regiert noch immer, und das macht Freude!

Bewertung:
Redaktion: ****°°
Leser: *****°

Won Sin

Noize (23 Mai 2002)