Chokebore - Black Black

Kennen Sie Hawaii? Fühlen viele Europäer sich nicht justament in Urlaubs-, Flirt-, Party- und Surf-Stimmung versetzt, sobald der Name jener Insel im Pazifik fällt? Nun, Chokebore kommen aus Hawaii und klingen mittlerweile, als wäre dies der schlimmste, gemeinste, unliebsamste und einsamste Ort der Welt. Garantiert hat man es hier nicht mit Surfern zu tun, die ungesunde Gesichtsfarbe der Beteiligten läßt eher auf Regenfreunde oder Nachtmenschen schließen, die den ganzen Tag in abgedunkelten Zimmern verbringen und sich ob ihrer eigenen Lethargie grämen. "Black Black" ist Depression in höchster Vollendung und vielleicht das traurigste Stück Musik der letzten Monate. Das hier eben nicht (mehr) mit dem Holzhammer hantiert, vielmehr genügend Raum gelassen wird, um jeden Ton einem verwelkten Blatt gleich zu Boden fallen zu lassen, verstärkt diesen Eindruck nur noch. Das gipfelt im klaustrophobischen "The Rest of Your Evening" und einem unbetitelten Stück Schwermut, das an die grandiosen Karate erinnert und "Black Black" zur idealen Platte für all diejenigen macht, die gerade das Gefühl haben, ihre Moleküle durch den Raum lustwandeln zu sehen. Trauer, Zerrissenheit, Fallobst.

Intro (1998/09/05)